Viele Druckdienstleister erkennen, dass sie bessere Werkzeuge brauchen. Doch genau bei der Einführung beginnt oft der Kampf. Studien zeigen: Rund 60 % aller Software-Rollouts scheitern — nicht an der Technologie, sondern an der Akzeptanz.
Folge 5 von Unjammed: The Software Strategy Series for Print Leaders ging der Frage nach, warum das so ist — und wie Veränderung wirklich nachhaltig gelingt.
Dasha, die bereits Dutzende Rollouts bei Druckdienstleistern begleitet hat, nannte drei typische Gründe für das Scheitern:
Keine klare interne Verantwortung. Ohne Champion verteilt sich die Zuständigkeit auf viele Schultern — und am Ende fühlt sich niemand verantwortlich.
Datenaufbereitung wird übersprungen. Unsaubere Daten bremsen alles aus und untergraben das Vertrauen in das neue System.
Unrealistische Erwartungen. Führungskräfte erwarten sofortige Ergebnisse — doch jedes Team erlebt zunächst einen vorübergehenden Produktivitätseinbruch, bevor es aufwärts geht.
Das sind keine Zeichen schlechter Führung — es sind die typischen Stolperfallen jedes Veränderungsprozesses.
Jeder Rollout hat seinen Einbruch. Neue Systeme bremsen zunächst, bevor sie beschleunigen. Teams lernen, Prozesse verschieben sich, und die Routine muss erst wieder wachsen.
Dieser Einbruch ist völlig normal. Entscheidend ist, die Teams darauf vorzubereiten — und den Atem zu haben, ihn durchzustehen.
Dasha beschrieb drei bewährte Erfolgsfaktoren:
Klein anfangen: mit einem Standort, einem Team oder einer Produktlinie.
Echte Workflows testen, bevor skaliert wird.
Vertrauen Schritt für Schritt aufbauen.
Nicht nur erklären, „wo man klickt“ — sondern warum es wichtig ist.
Mit realen Szenarien, Spickzetteln und Peer-Sessions arbeiten.
Training nimmt die Angst und schafft Sicherheit.
Eine Person, die den Prozess verantwortet, Feedback sammelt und Schwung erzeugt.
Idealerweise im Team respektiert und mit echter Lust am Lernen.
Champions machen aus Akzeptanz Kultur — nicht bloß Pflichterfüllung.
Ein Druckdienstleister wollte einen neuen Kunden möglichst schnell onboarden — ohne phasenweisen Rollout. Mehrere Abteilungen zogen in unterschiedliche Richtungen und konzentrierten sich auf kurzfristige Lösungen statt auf eine langfristig tragfähige Struktur.
Nicht die Software war das Problem, sondern die Einführung. Am Ende mussten fest programmierte Workarounds angefragt werden, die alles weiter verlangsamten.
Die Lehre daraus: Tempo ohne Struktur rächt sich später doppelt.
Anzeichen, dass Sie den Einbruch überwunden haben:
Die Nutzung wächst kontinuierlich.
Manuelle Workarounds werden seltener.
Teams fragen „Kann das System auch X?“ statt „Wie benutze ich das?“
Interne Champions teilen Updates und Verbesserungen.
Wenn diese Signale auftauchen, ist das System keine „neue Software“ mehr — es ist schlicht die Art, wie das Unternehmen arbeitet.
Folge 5 endete mit einer klaren Erinnerung: Eine Einführung ist kein einmaliges Ereignis — sie ist ein Prozess.
Die erfolgreichsten Druckdienstleister behandeln Akzeptanz als kontinuierliches Change-Management. Sie planen den Einbruch ein, unterstützen ihre Teams und verlieren das große Ganze nie aus dem Blick.
Oder wie Dasha es formulierte:
„Akzeptanz ist keine To-do-Liste — sie ist eine Haltungsfrage.“
Um einen phasenweisen Plan aufzubauen, Ihr Team zu schulen und sich mit einem strukturierten Rollout-Planer auf die echte Einführung vorzubereiten, laden Sie unten unser Implementation Readiness Toolkit herunter.